Mathilde Fischer erhält das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
Donnerstagabend, beim offiziellen Festakt des SKF zum 100-jährigen Bestehen stand Mathilde Fischer im Mittelpunkt. Mitarbeiter, Geschäftsführer, Ehrenamtliche, Landrat, die Ahauser Bürgermeisterin Karola Voß, ihr Vredener Amtskollege Dr. Tom Tenostendarp und weitere Redner blickten zurück auf die lange Wirkungsgeschichte des Katholischen Fürsorgevereins, aus dem später der Sozialdienst katholischer Frauen e.V. (SkF) wurde. Sie richteten Glückwünsche und Grüße aus. Weihbischof Christoph Hegge hatte zuvor einen Festgottesdienst in der Pfarrkirche gefeiert.
Bei der Übergabe des Bundesverdienstordens lobte Landrat Kai Zwicker in seiner Laudatio das ehrenamtliche Engagement von Mathilde Fischer:
„Diese hohe Auszeichnung hat Ihnen der Herr Bundespräsident für ihre besonderen Verdienste um Volk und Staat verliehen. Damit würdigt er ihr jahrelanges ehrenamtliches Wirken, insbesondere im sozialen Bereich. Als Landrat des Kreises Borken darf ich sagen, es freut mich sehr, dass gerade ihnen diese Ehrung zuteilwird, weil diese zum einen ein besonderer Dank für ihr Engagement ist, ein Engagement, das weit über ein pflichtgemäßes Bürgerverhalten hinausgeht.“ Er schloss mit einem Zitat von Agnes Neuhaus, Mitbegründerin des Sozialdienstes Katholischer Frauen: „Jede liebevolle Tat wirkt irgendwie weiter. Ob wir es beobachten oder nicht.“
Fischer war maßgeblich an der Errichtung der Frauenschutzwohnung in Ahaus und der Gründung der Ahauser Tafel beteiligt. Darüber hinaus engagierte sie sich über viele Jahre hinweg in der Kommunalpolitik als Mitglied der SPD, als stellvertretende Bürgermeisterin, Schöffin beim Amtsgericht und als ehrenamtliche Betreuerin.
Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Ahaus-Vreden hat seine Wurzeln in den Ortsvereinen Ahaus und Vreden, die 1925 gegründet wurden. Diese Vereine entstanden in einer Zeit, in der soziale Unterstützung für Frauen und Kinder dringend benötigt wurde. Die Arbeit war anfangs rein ehrenamtlich und orientierte sich stark an den Prinzipien der katholischen Soziallehre. Engagierte Frauen setzten sich für hilfsbedürftige Mädchen, Frauen und Familien ein und arbeiteten eng mit kirchlichen und kommunalen Einrichtungen zusammen.
Sein Leitmotiv bleibt auch nach fast 100 Jahren aktuell: Helfen, wo Hilfe gebraucht wird.
Bilder: Rudolf Schmitz



